Russisch-Amerika wurde das heutige Alaska, sowie die russischen Besitzungen in Kalifornien bezeichnet. Die russischen Besitzungen ersteckten sich von den Aleuten bis nach Fort Ross, ca. 120 km nördlich von San Francisco (Kalifornien). Der heutige Name, Fort Ross, stammt von dem russischen Wort Rossia (Russland) ab. Alaskas Südküste und Teile der Aleuten wurden 1741 von V. J. Bering und Alexej Tschirikow wiederentdeckt, nachdem bereits der Russe Semjon Deschnjow 93 Jahre zuvor die Beringstraße durchquert hatte. Der Bau der ersten Siedlungen begann jedoch erst 1784 durch den späteren Gründer der -Russisch-Amerkanischen Handelsgesellschaft-, Grigorij Shilkov. Die von Shilkov geführten Gesellschaft erhielt noch im Jahr ihrer Gründung (1799) vom Zaren Paul I. das Monopol für alle künftigen Unternehmungen in Nord-Amerika. Dadurch gab es keinen Wettbewerb mehr und die Entwicklung in Russisch-Amerika konnten eilig voranschreiten. Novij Archelansk, das heutige Sitka wurde bereits 1799 gegründet und im Jahre 1804 die Hauptstadt des Territoriums. Das Geschäft mit den in ganz Europa sehr beliebten, Seeotterpelzen war äußerst lukrativ. Jeder Pelz brachte nach heutigem Gegenwert bis zu 100 € ein. Die Aktieninhaber der -Russisch-Amerkanischen Handelsgesellschaft-, zu denen auch Mitglieder der Zarenfamilie gehörten, konnten schon nach kurzer Zeit beträchtliche Gewinne verbuchen. 1806 gewährte der Zar der Gesellschaft das Recht, eine eigene Flagge zu führen, die einen doppelköpfigen Adler abbildete. Russisch-Amerika hat 13 Tage verschlafen Herbst 1853: Russland und die Türkei führen Krieg, Großbritannien und Frankreich stellen sich auf die Seite der Türken. Aus einem kleinen Balkanscharmützel droht ein Großkrieg der europäischen Mächte zu werden. Das ferne Territorium der Russen, Russisch-Amerika, jenseits der Bering-Straße ist schutzlos einem möglichen Angriff der britischen Marine ausgeliefert. Der Krimkrieg geht verloren und die Staatskasse ist leer. Der Aktienkurs der Russisch-Amerikanischen Handelsgesellschaft fällt rapide. Zar Alexander II. gibt seinen Botschafter in den USA, Baron Eduard von Stoeckl grünes Licht für den Verkauf von Russisch-Amerika. Die amerikanische Regierung hatte mittlerweile Erfahrung gesammelt in Sachen Landkauf. Schließlich haben die Vereinigten Staaten, Louisiana von Frankreich erworben, Florida von Spanien, sowie Texas und Kalifornien den Mexikanern abgekauft. Am 30. März 1867 ist es dann soweit. Eduard von Stoeckl und US-Außenminister Seward unterzeichnen in Washington den Kaufvertrag. Nach Artikel 6 des Vertrages verkaufte das Zarenreich 1,5 Mio. Quadratkilometer von Russisch-Amerika (Alaska) für 7 Millionen US-Dollar in Gold an die Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Von Stoeckl war instruiert worden, als Minimum fünf Millionen zu akzeptieren. Durch diverse Nebenbedingungen des Vertrages betrug der tatsächliche Kaufpreis dann schließlich 7,2 Millionen US-Dollar in Gold. Gerade mal mit einer Stimme Mehrheit passierte der Kaufsvertrag den Senat. Eine Stimme, der die Amerikaner in den nachfolgenden Jahren noch sehr dankbar sein würden. Denn mit einem Quadratmeterpreis von 0,0005 Cent war es der billigste Landverkauf aller Zeiten (zum Vergleich: Deutschland wäre demnach für 1,7 Mio. US-Dollar zu erwerben). Am 18. Oktober 1867 ging Russisch-Amerika offiziell in amerikanischen Besitz über und bekam den Namen Alaska. Bis dahin hatte Russisch-Amerika, wie ganz Russland, den julianischen Kalender. Mit dem Besitzübergang wurde in Alaska die Datumsgrenze gegen Westen verschoben und der gregorianische Kalender eingeführt. So kam es, dass die Bewohner von Russisch-Amerika am 4. Oktober 1867 (nach dem julianischen Kalender) zu Bett gingen und tags darauf am 18. Oktober 1867 (nach dem gregorianischen Kalender) in Alaska aufwachten. Sie hatten somit 13 Tage verschlafen. Alaska ist heute der größte Lachsproduzent der Welt, Hochburg der US-amerikanischen Holzproduktion. Knapp zwei Millionen Barrel Öl werden täglich aus den Ölfeldern des flächenmäßig größten US-Bundesstaates abgepumpt. Gold und andere Metalle liegen noch reichlich in Alaskas Erde. Kein Wunder also, dass russische Politiker, Alexei Dagatow und andere 1997 öffentlich die Rückgabe von Alaska forderten. Alaska sei ja gar nicht an die USA verkauft, sondern nur verpachtet worden. Aber seit dem 3. Januar 1959 ist Alaska der 49. Staat der USA und die USA würden Alaska schon garnicht für 0,0005 Cent/qm verkaufen. Weiterführende Links: http://www.timediver.de Russisch-Amerikanische Gesellschaft Fort Ross Wikipedia |